Helfen im Dolpo
Während unserer Reise durch das Dolpo 2008 begleiteten wir Dolpo Tulku bei der Rückkehr in seine Heimat. Dabei haben wir ein Land kennen gelernt, das uns mehr als andere Himalaya-Regionen beeindruckte. Das Dolpo ist geprägt von seiner völligen Abgeschiedenheit, von der unvergleichlichen Schönheit seiner Natur und ganz besonders von der Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft seiner Einwohner, den Dolpopas, die fernab westlicher Zivilisationseinflüsse ein Leben wie vor hunderten von Jahren führen.
Das Leben der Dolpopas ist tief im Buddhismus und in der Bön-Religion verwurzelt. Ihr Leben wird vom täglichen Kampf gegen eine harte und lebensfeindliche Umwelt bestimmt. Obwohl diese Menschen kaum das Nötigste zum eigenen Überleben besitzen, nahmen sie uns immer herzlich auf und teilten mit uns das wenige, was sie hatten.
Die uns entgegengebrachte Offenheit und Herzlichkeit ließ den Gedanken reifen, diesen Menschen etwas zurück zu geben. Deshalb wollen wir Dolpo Tulku in seinen Bemühungen um das ihm anvertraute Land und seine Einwohner unterstützen.
Wir haben uns deshalb entschlossen, innerhalb der Sächsischen Himalaya Gesellschaft das Projekt "Dolpo-Hilfe" zu gründen, um von Deutschland aus eine Reihe von Hilfstätigkeiten zu organisieren.
Die Ausgangslage
Das Dolpo liegt im Nordwesten Nepals nördlich des Dhaulagiri-Massivs und wird überwiegend von einer tibetisch sprechenden Bevölkerung bewohnt. Es ist flächenmäßig der größte der 75 Distrikte Nepals. Die Buddhisten bilden mit ca. 13.000 Einwohnern den Hauptanteil der Bevölkerung.
Im "Inneren Dolpo"("Upper Dolpo"), das nur durch die Überquerung von mehr als 5.000m hohen Pässen zu erreichen ist, gibt es die höchsten bewohnten Täler der Erde. Nahezu 90% der Region liegen mehr als 3.500 Meter über dem Meeresspiegel. Hier leben etwa 5.000 Menschen. Damit ist das "Upper Dolpo" eines der am dünnsten besiedelten Gebiete Nepals.
Die Bewohner des Dolpo leben von Ackerbau, Viehzucht und etwas Handel. Die Viehzüchter leben meist als Halb-Nomaden während der Sommermonate bei ihren Herden auf den Hochweiden. Über 90% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Der Bildungsgrad ist sehr niedrig und die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa fünfzig Jahren.
Zusätzlich zur harten landwirtschaftlichen Arbeit, die das Leben in den Hochtälern bestimmt, leiden die Menschen des Dolpo unter vielerlei Krankheiten und Beschwernissen, die auch auf mangelnde hygienische Verhältnisse zurückzuführen sind. Aufklärung und Erhöhung des Bildungsniveaus sind notwendig, um Krankheiten und Leiden zu verringern oder gar zu vermieden.
Da es weder technische Gerätschaften, noch Elektrizität gibt, ist die Feldarbeit extrem zeitintensiv. Alle Familienangehörigen, auch die Kinder müssen mithelfen.
Straßen sind im Dolpo bisher nicht vorhanden. Waren müssen mit dem Flugzeug von Kathmandu nach Juphal in das südliche Dolpo transportiert werden. Von dort werden sie mit Mulis und Yaks bis ins „Innere Dolpo“ gebracht. Das dauert viele Tage und ist sehr kostenintensiv. Deshalb kann sich die einheimische Bevölkerung diese Dinge kaum leisten.
Derzeit besuchen nur etwa 50 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Dolpo Schulen in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Es gibt bisher keinen Dolpopa mit einer weiterführenden Ausbildung, etwa zum Arzt oder zum Anwalt. Deshalb ist eine Verbesserung der Lebenssituation der Dolpopas aus eigener Kraft derzeit sehr schwierig oder gar unmöglich. So fällt das Dolpo sowohl im nationalen als auch international Vergleich immer mehr zurück.
Dolpo Tulku

Dolpo Tulku wurde 1981 in der Nähe von Dho Tarap, in der nepalesischen Provinz Dolpo, geboren. Bereits als zehnjähriges Kind hat er seinen eigenen Willen durchgesetzt und trat in ein Kloster in Kathmandu ein. H.H. Dilgo Khyentse Rinpoche, einer der spirituellen Führer der Nyingma-Schule, Hauptlehrer seiner Heiligkeit des XIV. Dalai Lama und ein großer Schatzfinder (Tertön) unserer Zeit, identifiziert ihn als Reinkarnation des Dolpo Lamas Nyinchung Rinpoche. Er wurde daraufhin in das südindische Kloster Namdroling geschickt. Hier lernte er lesen und schreiben und erhielt eine vollständige buddhistische Ausbildung. 2008 kehrte Dolpo Tulku in seine Heimat zurück, um den Thron seiner Klöster in Dho Tarap, Namgung und Saldang zu besteigen. Er ist mit den Aufgaben betraut, sich um die spirituelle und auch materielle Entwicklung des ihm anvertrauten Landes und seiner Bewohner zu kümmern.
DolpoTulkus Vortragsreise im Januar/Februar 2011
Dolpo Tulku wird Anfang 2011 in verschiedenen deutschen Städten Unterweisungen zu geistigem Glück und Zufriedenheit geben sowie öffentliche Vorträge und Yoga Belehrungen. Um Informationen zu erhalten, bitte melden Sie sich unter der E-Mail dolpotulku@gmail.com an.
Die geplanten Projekte
Dolpo Tulkus Klöster und Einflussbereiche liegen im Dho Tarap-Tal und im „Inneren Dolpo“ um Namgung und Saldang. Er sieht sich einer ganzen Reihe von Aufgaben gegenüber, zu deren Bewältigung er dringend Unterstützung benötigt. Jeder, der am Erhalt der buddhistischen Kultur durch Sicherstellung der wichtigsten grundlegenden Lebensbedingungen in diesem entlegenen Land interessiert ist, wird hier aufgefordert, seinen wenn auch noch so kleinen Beitrag zu leisten. Wir haben im Dolpo einen noch unberührten Schatz der Menschheitsentwicklung vorgefunden, den zu erhalten eine lohnende Aufgabe ist.
Dolpo Tulkus größter Wunsch ist, moderne Bildung und Technik mit traditioneller Kultur nachhaltig zu verbinden. Er möchte mit folgenden Projekten beginnen:
- Dolpo-Zentrum: Tulku hat Anfang 2009 Land in der Nähe von Kathmandu gekauft und will hier ein Dolpo-Zentrum errichten, da viele Dolpopas wegen des harten Winters vorübergehend nach Kathmandu kommen. Der Ort bietet sich an, zu einer Begegnungsstelle zu werden, in der Aktivitäten für die Region geplant werden können, die dann nach der Rückkehr umgesetzt werden. Tulku plant, hier medizinische Versorgung sowie Fortbildungen anzubieten. Es soll eine Schule errichtet werden, die sowohl buddhistisches als auch modernes Wissen vermittelt. Später möchte Tulku hier Wohnmöglichkeiten für alte Menschen schaffen, damit sie im Alter nicht mehr den harschen Elementen der Berge ausgeliefert sind.
- Medizinische Grundversorgung: Die medizinische Versorgung und die Hygienebedingungen sind derzeit katastrophal. Die Kindersterblichkeit liegt bei 50%. Viele junge Frauen sterben an Komplikationen während der Entbindung. Andere werden schwer krank und sterben, da sie keinerlei Zugang zu medizinischer Versorgung haben oder nicht operiert werden können.
- Wasserleitungen: Tulku plant als einen der wichtigsten ersten Schritte für die Siedlungen im Dolpo Wasserleitungen zu bauen. Die hygienischen Bedingungen könnten dadurch grundlegend verbessert werden.
- Bildung: Das Bildungsniveau der Dolpopas ist sehr niedrig. Die Region hat deshalb große Schwierigkeiten, ihre Probleme aus eigener Kraft zu lösen. Schulabgängern möchte Tulku eine weiterführende Ausbildung ermöglichen, um sich dann in den Dienst der Region Dolpo stellen zu können.
- Strassen: Derzeit werden Waren von Kathmandu nach Juphal geflogen und von dort mit Muli- und Yak-Karawanen in das „Innere Dolpo“ weiter transportiert. Es werden bis zu 50 Träger gebraucht, um die gleiche Menge Waren zu transportieren, die ein Lastwagen bewältigen kann. Die Träger müssen versorgt und bezahlt werden. Die Waren sind dadurch um ein vielfaches teurer als in Kathmandu und für die einheimische Bevölkerung nahezu unerschwinglich.
- Elektrizität: Strom gibt es praktisch nicht. Wenige kleine Solarzellen ermöglichen eine dürftige Beleuchtung in den Häusern. Alle Tätigkeiten müssen manuell verrichtet werden und sind somit sehr arbeitsintensiv. Die Kinder sind in diese Arbeiten selbstverständlich mit eingebunden. Für Schulbesuche steht kaum Zeit zur Verfügung.
- Kulturschätze: Dringend nötig ist die Restaurierung von Klöstern
und spirituellen Objekten, um die reichhaltige buddhistische und vorbuddhistische
Kultur des Dolpo zu erhalten.
Krankenstation in Dho Tarap
Im März überwies die Dolpo Hilfe 4000 € für die laufenden Kosten der Krankenstation in Dho Tarap wo die 400 Menschen des Tals mit traditionell tibetischer Medizin versorgt werden. Daüber hinaus engagieren sich die dortigen Ärzte für den Erhalt ihrer medizinischen Tradition, bilden junge Ärzte aus und bauen Heilkräuter an.
Winterschulen in Saldang und Komang
Die Dolpo Hilfe unterstützt die Winterschulen in den Orten Saldang und Komang, in denen die Kinder den Lehrstoff des Schuljahres nachholen und vertiefen können. Das normale Schuljahr geht von April bis Ende Oktober, aber während dieser Zeit werden die Kinder häufig auch für die Landwirtschaft eingesetzt und verpassen manchmal wochenlang den Unterricht. In den Wintermonaten werden deshalb jetzt extra eine Lehrer und ein Kinderbetreuer angestellt, um den Kindern die Gelegenheit zu geben den Stoff nachzuholen und das Schuljahr zu bestehen.
Spenden
Zur Unterstützung der geplanten umfangreichen Aktivitäten benötigen wir dringend sowohl finanzielle, als auch ideelle Hilfe.
Bitte beteiligen Sie sich durch eine Spende oder werden Sie Mitglied in unserem Verein "Sächsische Himalaya Gesellschaft e.V."
Geben Sie auf der Überweisung den Verwendungszweck 'Dolpo Hilfe'
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von 200 € ausgestellt. Für geringere Beträge genügt
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